Sprachrichtlinien

Im Rahmen unserer Ausstellung
„Acts of Queerness - Performance, Räume, Erinnerungen" hinterfragen wir bestehende Strukturen und sprachliche Mittel und wollen diese bewusst und diskriminierungssensibel verwenden. Dafür haben wir einen Leitfaden erstellt, nach dem wir uns richten.

1. Geschlechtersensible Sprache

Es gibt viele Möglichkeiten, geschlechtersensibel zu schreiben und zu sprechen. Nicht jede Form passt in jeden Kontext. Entscheidend ist für uns eine möglichst präzise, inklusive und diskriminierungssensible Ausdrucksweise.
Wir vermeiden das generische Maskulinum. Stattdessen bemühen wir uns, geschlechtliche Vielfalt abzubilden, anstatt sie unsichtbar zu machen. In der konkreten Ausgestaltung können wir kreativ und flexibel sein.

Wir benennen Geschlecht dort, wo es relevant ist. Wenn wir nur Frauen meinen, nutzen wir das Femininum. Wenn wir nur Männer meinen, nutzen wir das Maskulinum. Wenn nicht-binäre Personen gemeint sind, es nicht um spezifische Personen geht oder das Geschlecht unklar ist, nutzen wir neutrale Formulierungen (z.B. das Team, die Anwesenden etc.) oder inklusive Formulierungen (z.B. Künstler*innen, Kurator:innen, Besucher_innen etc.).

2. Barrierearmut und Verständlichkeit

Wir versuchen, Sprache als Brücke zu nutzen und Barrieren abzubauen. Um unsere Inhalte möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, achten wir auf folgende Aspekte:

Satzbau:
Kurze, klare Sätze statt verschachtelter Nebensätze.

Fremdwörter:
Fachbegriffe werden entweder vermieden oder beim ersten Auftreten niederschwellig erklärt.

Layout:
Gute Kontraste und lesbare Schriftgrößen für barrierearme Gestaltung.

3. Kritischer Umgang mit Quellen & Archivmaterial

Die Arbeit mit (historischen) Dokumenten erfordert eine erhöhte Sensibilität:

Vermeidung der Reproduktion von Diskriminierung:
Auf die Verwendung diskriminierender Begriffe wird weitgehend verzichtet. Wenn diskriminierende Begriffe aufgegriffen werden, dann um sie zum Gegenstand kritischer Überlegungen zu machen. In diesem Fall werden die Begriffe als Zitate gekennzeichnet, historisch eingeordnet und weiterführend kontextualisiert.

Selbstbezeichnungen:
Wir verwenden primär Begriffe, die die betroffenen Personen oder Gruppen für sich selbst gewählt haben und verzichten auf Fremdbezeichnungen.

Content Notes (Sensibilisierungshinweise):
Wo explizite Beschreibungen von Gewalt oder Diskriminierung notwendig sind, geben wir vorab Hinweise, um den Besuchenden eine informierte Entscheidung zu ermöglichen, ob sie sich den Inhalten aussetzen möchten oder nicht.

Verfasst von Maylis Dumont

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