Drag & Ballroom:
Showtime
À propos Drag-Geschichte…
Eine glamouröse, schillernde Kultur, die auch in Deutschland sehr lebendig ist: Kennst du die Ballroom-Szene?
Es gibt sie inzwischen auch hier in NRW, aber entstanden ist sie in Harlem, New York. Dort fanden seit dem 19. Jahrhundert Drag Balls statt, die ein beliebter Treffpunkt für die queere Szene waren. Allerdings herrschte eine rassistische Hierarchie und die Teilnehmerinnen wurden nach weißen Schönheitsidealen bewertet.
Afro- und lateinamerikanische Communities starteten deshalb um 1960 - 1970 ihre eigenen Balls. Sie kreierten einen kompetitiven Raum, um sich abseits der Außenwelt selbst zu zelebrieren – die Ballroom Szene. In ihrem Zentrum stehen trans Frauen und transfeminine Identitäten.
Der ikonische Moment, der die Entstehung der Ballroom Szene zur Folge hatte, ist dieser Ausschnitt aus dem Film „The Queen“, der die Drag Balls dokumentierte. Crystal LaBeija, eine trans Frau und Drag Queen, rebellierte vor laufender Kamera gegen das rassistische Bewertungssystem, nachdem sie hinter weißen Teilnehmerinnen nur als dritte platziert wurde.
„I have a right to show my color, darling. I am beautiful and
I know I’m beautiful!“ — Crystal LaBeija
Crystal LaBeija organisierte daraufhin ihren eigenen Ball und gründete das erste Ballroom House, das House of LaBeija.
Häuser als wichtiger Teil der Ballroom-Kultur
Häuser können Mothers oder Fathers haben, die sich um ihre house Children kümmern und sie auf die Balls vorbereiten. Häuser sind außerdem Support-Netzwerke, da viele junge queere Menschen von ihren biologischen Familien verstoßen wurden und Rassismus, Armut und Obdachlosigkeit ausgesetzt waren. Bei Balls sind Häuser wie Teams und stehen miteinander im Wettbewerb.
Ballroom in NRW
Kuratiert und verfasst von Maylis Dumont in Zusammenarbeit mit Sarah Knuth