Glossar

Binäres Geschlechtersystem

Binarität bezeichnet im Bezug auf Geschlecht die Einteilung in zwei Kategorien: männlich und weiblich. Diese Einordnung wird anhand körperlicher Merkmale vorgenommen und wird gesellschaftlich häufig als Norm verstanden. Dabei wird vollständig ausgeblendet, dass geschlechtliche Vielfalt existiert, die über diese Zweiteilung hinausgeht. Eine binäre Aufteilung bildet die Vielfalt geschlechtlicher Realitäten daher nur unzureichend ab und ist historisch sowie kulturell nicht universell.

Crossdressing

Crossdressing bezeichnet das Tragen von Kleidung, die stereotypisch einem anderen Geschlecht als dem eigenen zugeschrieben wird. Dabei geht es in erster Linie um Ausdruck, Darstellung oder Performance von Geschlecht und nicht zwingend um die Geschlechtsidentität einer Person.

Gendernonkonformität

Gendernonkonformität beschreibt äußere Ausdrucksformen, die nicht den gesellschaftlichen Geschlechternormen entsprechen. Ein nonkonformer Geschlechtsausdruck kann mit den anderen Dimensionen von Geschlecht verknüpft, aber auch total unabhängig davon sein.

Heteronormativität

Heteronormativität bezeichnet die gesellschaftliche Annahme, dass Heterosexualität sowie eine eindeutige, binäre Geschlechterordnung die Norm sind. Diese Vorstellung prägt gesellschaftliche Strukturen, Erwartungen und Darstellungen und führt dazu, dass andere Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen oft unsichtbar gemacht oder als Abweichung verstanden werden.

Hosenrolle

Eine Hosenrolle bezeichnet eine Theater- oder Opernrolle, in der eine weiblich besetzte Figur eine männliche Figur spielt und entsprechend kostümiert auftritt. Der Begriff stammt aus der Theatertradition, in der Geschlecht auf der Bühne häufig über Kostüm und Darstellung markiert wird.

Historisch wurden Hosenrollen oft genutzt, um stimmliche oder dramatische Anforderungen zu erfüllen, aber auch um mit Geschlechterdarstellungen zu spielen und deren Konstruiertheit sichtbar zu machen.